Kinder in die Feuerwehr

09.03.2012 Delegiertenversammlung

„Kinder in die Feuerwehr“ heißt es Land auf Land ab. Die Zahl der Jugendlichen geht zurück, der Wettbewerb um die Gunst der Jugend wird immer härter die Freizeit der Jugendlichen immer knapper. Vermehrt wird seitens der Feuerwehren dazu, übergegangen mit eigens dafür geschaffenen Gruppen Mitglieder schon im Kindesalter an die Feuerwehr heranzuführen und somit den Nachwuchs für die Jugendfeuerwehren und aktiven Wehren zu sichern.

Auch für die Jugendfeuerwehren im Kreis Böblingen wird es immer schwerer Nachwuchs zu gewinnen und auch zu halten. Dies belegt die Statistik, die Kreisjugendfeuerwehrwart Ralf Ruthardt, den Anwesenden der Delegiertenversammlung am Freitagabend in der Festhalle in Altdorf, darlegt.

Waren im Jahr 2010 noch 519 Mitglieder in den 24 Jugendgruppen der Feuerwehren im Kreis aktiv, so sanken die Mitgliedszahlen im Berichtsjahr auf 476. Davon sind 401 Jungen und 75 Mädchen.
Den 95 Neuaufnahmen stehen 83 Austritte gegenüber. Dies bedeutet, so Ralf Ruthardt, sie sind für die Feuerwehrfamilie verloren. Klare Worte spricht die Statistik auch was die Austrittsgründe angeht. War vor 10 Jahren noch der Hauptgrund für den Austritt „keine Lust mehr“, so kommt es im Berichtsjahr vermehrt zu Austritten aufgrund von Schule, Beruf sowie anderen Vereinen.

Konstant bleibt mit 56 die Zahl der Übertritte in die Aktive Wehr. Hier leisten die Jugendfeuerwehren einen wichtigen Beitrag zu der Erhaltung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren vor Ort, wie der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Willi Dongus feststellt. So war es ihm in seinen 20 Jahren an der Spitze des Kreisfeuerwehrverbandes stets wichtig die Jugendfeuerwehren zu unterstützen und bei der Gründung von neuen Jugendfeuerwehren im Kreis den Gemeindewehren unter die Arme zu greifen.

So auch auf den Tag genau vor 10 Jahren bei der Gründung der Jugendfeuerwehr Altdorf. Der erste Jugendwart Thomas Gohlke ist inzwischen Kommandant der Altdorfer Feuerwehr und zusammen mit seinem Bürgermeister Erwin Heller glücklich eine starke Jugendfeuerwehr in seiner Gemeinde zu haben.

Die Zeiten ändern sich. So auch für Christian Hörmann der sein Langjähriges Engagement in der Jugendfeuerwehr Gäufelden und der Kreisjugendfeuerwehr
Böblingen aus beruflichen Gründen beenden muss. Zuletzt zusammen mit Uwe Bosch als Fachgebietsleiter Wettbewerbe tätig bekam er am Abend die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Silber verliehen.

Für die Zukunft wünscht sich Ralf Ruthardt, dass sich auch im Kreis Böblingen mehr Feuerwehren mit dem Thema “Kinder in der Feuerwehr“ auseinandersetzen. Wie die Umsetzung dann aussehen wird lässt sich noch nicht genau sagen. Doch sieht der Kreisjugendwart hierin die Chance das den Jugendfeuerwehren im Kreis auch in Zukunft der Nachwuchs nicht ausgeht und somit auch weiter genügend Jugendliche in die aktive Feuerwehr übertreten.
© Kreisjugendfeuerwehr Böblingen 2010